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Warum Führung mit Fühlen zu tun hat

Writer: Martina Ertl
Martina Ertl
Oct 14
2 min read

Da stand ich nun inmitten eines 5-köpfigen Teams und wir kamen nicht weiter. Aus einem spontanen Impuls heraus holte ich meine Gefühlskarten heraus und wir wanderten von der Angst zur Wut zur Scham zur Ohnmacht zur Traurigkeit zur Freude. Und plötzlich konnte sich was lösen und bewegen und der Workshop endete richtig kraftvoll.


Wir sprechen viel über Führung: über Strategie, Ziele, Entscheidungen treffen. Und vermeiden ein Thema: das Fühlen.

Aber Menschen arbeiten nicht nur mit ihrem Verstand. Sie bringen auch ihre Ängste, ihre Wut, ihre Traurigkeit und ihre Hoffnungen mit.


Wenn Gefühle den Weg zur Lösung öffnen

In der oben erwähnten Situation konnten uns sachliche Argumente nicht weiterbringen. Verschiedene Wirklichkeiten prallten aufeinander und es gab keinen wirklichen Fortschritt.

Erst als wir begannen, die Gefühle hinter den Positionen zu benennen, wurde sichtbar, was die Situation für die einzelnen Menschen bedeutete und was sie verletzte oder verunsicherte. Die Beteiligten konnten einander anders zuhören. Erst dadurch wurde eine gemeinsame Lösung möglich.



Gefühle sind kein Störfaktor

Angst kann auf fehlende Sicherheit hinweisen, Wut auf verletzte Grenzen und Traurigkeit auf einen Verlust. Gefühle sind keine objektiven Wahrheiten, aber sie liefern wichtige Informationen darüber, wie Menschen eine Situation erleben.

Wer diese Ebene ignoriert, riskiert, Lösungen zu entwickeln, die auf dem Papier funktionieren, aber an den Menschen vorbeigehen.

Gefühlsorientierte Führung bedeutet nicht, jedem Gefühl nachzugeben. Es bedeutet, wahrzunehmen, was da ist, zuzuhören und bewusst damit umzugehen.


Führung beginnt mit Wahrnehmung

Was passiert in mir, wenn jemand meine Entscheidung infrage stellt? Vermeide ich Konflikte, weil ich niemanden enttäuschen möchte? Kann ich schwierige Gefühle ansprechen, ohne sofort eine Lösung finden zu müssen?

Gute Führung braucht Klarheit und Entscheidungsfähigkeit. Aber auch die Bereitschaft, innezuhalten und zu fragen: Was bewegt die Menschen gerade wirklich? Kann ich den Raum halten für die Gefühle in mir und in meinem Team?


Und wenn nicht, spiele ich den Einzelhelden/die Einzelheldin oder bin ich kompetent genug um mir die richtige Unterstützung zu holen?



 
 
 

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