Was brauchst du: Zuwendung, Stimulation, Struktur?
- Martina Ertl
- May 19
- 1 min read
Dieses Modell hilft mir immer wieder im Teamcoaching. Es kommt aus der Transaktionsanalyse, ist schon einige Jahre alt, aber trotzdem sehr hilfreich.
Kurze Erklärung: Mit der Erfüllung der Grundbedürfnisse Zuwendung, Stimulation und Struktur in der Kindheit entsteht laut Eric Berne (Transaktionsanalyse, 1976) ein dynamisches Gleichgewicht. Kinder lernen dabei, wie auf ihre Bedürfnisse reagiert wird, und übernehmen diese Muster später für den Umgang mit sich selbst.
Werden Bedürfnisse nicht erfüllt, entstehen Ersatzbedürfnisse.
Beispielsweise braucht ein Kind nach einem Sturz Trost und Zuwendung. Bekommt es stattdessen Gummibärchen, kann es lernen, emotionale Bedürfnisse durch Essen oder andere Formen von Stimulation zu ersetzen. Das ursprüngliche Bedürfnis bleibt jedoch bestehen und zeigt sich als anhaltender „Hunger“.

Ähnliche Muster zeigen sich auch in Organisationen. Mitarbeitende haben grundlegende Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Beziehung (Zuwendung), nach Klarheit und Autonomie (Struktur), nach Sinn und Entwicklung (Stimulation). Werden diese Bedürfnisse nicht wahrgenommen oder erfüllt, entstehen oft organisationale Ersatzmuster: Boni ersetzen Wertschätzung, Aktionismus ersetzt Orientierung, Kontrolle ersetzt Vertrauen oder permanente Meetings ersetzen echte Verbindung und Zusammenarbeit.
Kurzfristig können solche Ersatzmechanismen funktionieren. Langfristig bleibt jedoch ein kollektiver „Hunger“ bestehen. Die Folgen zeigen sich häufig in innerer Kündigung, Erschöpfung, Konflikten oder fehlender Innovationskraft.
Daher lasse ich Teams gerne hinspüren, ob sie an der richtigen Stelle ansetzen.
Damit sich eine tiefe innere "Sattheit" entwickeln und der Job so richtig nährend sein darf.



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